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Dienstag, 25 Februar 2003 00:00

Neues Gesetz für Kapitalgesellschaften mit Immobilieneigentum

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Seit dem 1. Januar 2003 sind neue Steuergesetze in Kraft getreten, die besonders bei den Kapitalgesellschaften, deren einzige Tätigkeit der Besitz von Grundeigentum ist, Anwendung finden. Der Sinn und Zweck dieses Gesetzes ist auf der einen Seite, dass die Regierung eine größere Kontrolle über diese Gesellschaften erhält, auf der anderen Seite soll mehr Klarheit über die zu zahlenden Steuern geschaffen werden.

Die sogenannte „Steuertransparenz“ für Gesellschaften mit nicht aktiven Immobilien und für Gesellschaften von Künstlern und Akademikern wurde abgeschafft.

Diese Gesellschaften wälzen Einkommen nicht auf den Gesellschafter über. Das bedeutet, dass nachdem die Körperschaftsteuer gezahlt wurde – die im übrigen von 30% auf 40% erhöht wurde – die Gesellschafter die erwirtschafteten Gewinne (nach Abzug der Steuer) abziehen können, ohne die Differenz in ihre private Steuererklärung einbringen zu müssen und sie so nicht noch zusätzlich Steuern zahlen müssen.

Eine andere wesentliche Neuerung ist, dass diese Kapitalgesellschaften bei einem Verkauf der Immobilien lediglich noch 15% Steuer auf einen evtl. Gewinn zahlen. Zum besseren Verständnis hier ein Beispiel:

Eine Gesellschaft besitzt ein Haus, welches ständig zu einer monatlichen Miete von 600,00 Euro vermietet wird. Die jährlichen Kosten für die Grundsteuer, Abschreibungen auf Gebäude und Mobiliar, Reparaturen, etc. belaufen sich auf 2.200,00 Euro. Die Situation ist wie folgt:

Mieteinnahmen 600,00 € x 12 7.200,00 €
Jährliche Kosten 2.200,00 €
Einnahmeüberschuss 5.000,00 €
Steuern (40 %) 2.000,00 €
Steuerfreier Betrag für die Gesellschafter 3,000,00 €

Eine Gesellschaft hat im Jahr 1998 eine Immobilie im Wert von 300.000 Euro gekauft. Sie verkauft diese Immobilie im Jahre 2003 für 400.000 Euro, wodurch ein Gewinn von 100.000 Euro entsteht. Die zu zahlende Steuer auf beläuft sich auf 15% also 15.000 Euro.

Im Hinblick auf dieses Beispiel ist zu sagen, dass hier auf der einen Seite eine höhere Steuerbelastung für diese Gesellschaften vorliegt – die Körperschaftsteuer steigt von 30% auf 40%. Auf der anderen reduzieren sich die Steuern beträchtlich im Falle eines Verkaufs der Immobilien von ehemals 30% auf den erzielten Gewinn auf 15%.

Ist jedoch der Inhaber der Gesellschaftsanteile oder Aktien eine andere Kapitalgesellschaft, so muss diese wiederum diesen Gewinn mit der Körperschaftsteuer versteuern – auch wenn sie auf die bereits gezahlten 40% eine Vergütung erhält.

Das neue Gesetz für Kapitalgesellschaften mit Immobilienbesitz bietet die Möglichkeit für alle Steuerpflichtigen, die sich durch die neue Gesetzgebung benachteiligt sehen, die Gesellschaft meist ohne zusätzliche Steuerkosten aufzulösen. Die Gesellschaften die eine Auflösung anstreben und den Besitz an den/die Gesellschafter übertragen, müssen dies innerhalb des Jahres 2003 tun und dies bis zum 30. Juni 2004 in das Handelsregister eintragen lassen.

Folgende Steuervorteile können hierfür in Anspruch genommen werden: Befreiung von der Grunderwerbsteuer und Stempelsteuer, sowie eine Befreiung von der Wertzuwachssteuer (auch "Plusvalía").

Zuletzt muss noch darauf hingewiesen werden, dass diese Bestimmungen nur für die Gesellschaften gelten, die keine wirtschaftliche Tätigkeit ausüben, d. h.die einzig und allein Immobilienbesitz haben.

Gelesen 1428 mal Letzte Änderung am Dienstag, 02 April 2013 11:47

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