Gestiones

Home Artikel Finanzamt durchleuchtet Grundbesitz
Dienstag, 25 Juni 2002 00:00

Finanzamt durchleuchtet Grundbesitz

geschrieben von 

Viele Eigentümer von Immobilien „vergessen“, dass für ihren Besitz in Spanien Steuern anfallen und sie denken nicht daran, dass die Kontrolle der Gemeinden, der autonomen Regionen und des Staates immer stärker wird.

1. Wenn man eine Immobilie kauft, wird dieser Kauf in einer Notarurkunde – der sog. Escritura – festgehalten. Der Notar ist verpflichtet, die Finanzbehörden über die täglichen Verkäufe zu informieren. Die persönlichen Daten von Verkäufer oder Käufer werden genauestens vermerkt – egal ob natürliche Person oder Firma. Die Steuerinspektoren haben freien Zugriff auf alle beim Notar durchgeführten Geschäfte.

2. Der Käufer ist verpflichtet, die Grunderwerbsteuer (Impuesto sobre transmisiones patrimoniales) zu zahlen. Diese Steuer wird von der Autonomen Region erhoben, wodurch der Besitz auch bei dieser Behörde registriert wird.


3. Der Verkäufer muss den Verkauf einer Immobilie in seiner jährlichen Einkommensteuererklärung angeben. Wenn es sich dabei um einen sog. Nicht-Residenten handelt, ist der Käufer verpflichtet, 10% der Kaufsumme einzubehalten und innerhalb von 30 Tagen an das Finanzamt abzuführen. In dem entsprechenden Formular werden die Identität des Verkäufers und des Käufers klar ausgewiesen. Darüber hinaus muss der Verkäufer den durch den Verkauf erzielten Gewinn beim spanischen Finanzamt anzeigen. Viele nicht in Spanien ansässige Personen (Nicht-Residenten) unterlassen diese Meldung jedoch. Aber der Austausch von Informationen auch und gerade in bezug auf die abgeführten Steuern in den Ländern der Europäischen Union wird ständig verbessert und so kann das spanische Finanzamt sich mit seinen „Kollegen“ in England, Deutschlandt, etc. in Verbindung setzen.

4. Der Eigentümer einer Immobilie ist verpflichtet, jedes Jahr eine Einkommen- und Vermögensteuer zu entrichten, egal ob es sich dabei um natürliche Personen (Resident oder Nicht-Resident) oder eine Firma handelt.

5. Auch die Vermietung des spanischen Eigentums muss dem Finanzamt mitgeteilt werden. Für einen Steuerinspektor ist es nicht schwer herauszufinden, ob die Immobilie vermietet wird oder nicht, denn der Strom- und Wasserverbrauch spricht Bände.

6. Auch auf regionaler Ebene wird der Grundbesitz genauestens beobachtet, denn alle Eigentümer im Gemeindegebiet haben die Grundsteuer, kurz IBI (impuestos sobre bienes immuebles), und die Abfallsteuer an die Gemeinde zu entrichten.

7. Auch die Firmen entkommen nicht der steuerlichen Kontrolle. Wenn z. B. die Gesellschafter oder Firmeninhaber die Immobilie nutzen, so wird dies der Firma als Vermietung angerechnet. Für die Firma bedeutet diese Miete (zum Marktwert) ein Einkommen, für welches wiederum auch Steuern zu zahlen sind.

8. In den Autonomen Regionen wird die Kontrolle über den Grundbesitz ständig verschärft. Alle Besitztümer eines Gebietes werden über ein Kataster verwaltet. Darüberhinaus gibt es ein Projekt der Autonomen Regionen: Im Internet kann anhand von Luftaufnahmen der aktuelle Marktwert jeder Immobilie festgestellt werden. Denn in der Praxis werden viele Immobilien unterverbrieft, d. h. der im Kaufvertrag angegebene Wert entspricht nicht dem tatsächlichen Kaufpreis. Das Finanzamt ist sich dessen natürlich bewusst und wenn die Behörden (Grundbuchamt und Finanzamt) die Immobilie zum reellen Wert einstufen und diese Revision den beteiligten Parteien in einem Schreiben mitteilen, enstehen oft Konflikte.

Zusammenfassend kann man sagen, dass, auch wenn viele Nicht-Residenten denken, dass die spanischen Behörden die Kontrolle etwas laxer ausführen, sich über die Auswirkungen Gedanken machen sollten. Vor 15 Jahren war die Situation noch ganz anders: Das spanische Finanzamt verfügte nicht über die notwendige Technologie. Doch heute haben die Finanzinspektoren dank des technischen Fortschritts die Möglichkeit, sich per Mausklick alle notwendigen Informationen zu verschaffen. Dazu kommt, dass die Länder der Europäischen Union auf internationaler Ebene zusammenarbeiten und gemeinsam gegen Steuerumgehung und –betrug vorgehen. Das spanische Finanzamt ist vermutlich das fortschrittlichste der Union.

Gelesen 1987 mal Letzte Änderung am Dienstag, 02 April 2013 11:47

Kontakt

Adresse
C/ Canalejas, nº28, 1 piso, puerta 8,
35500 Arrecife - Las Palmas (Islas Canarias)
Telefon
+34 902 551 511 / +34 928 815 606
Fax
+34 928 800 525
e-mail
info @gestiones.com